Nachdenkliches und Lustiges rund um den Glauben im Dialekt der Region – Zahlreiche prominente Gäste in Rabenau
Die zweite Rabenauer Matinee im Burggarten musste wegen schlechtem Wetter in die Evangelisch-Lutherische Kirche Londorf. Zur Matinee konnten die Veranstalter, Arbeiterwohlfahrt und Verkehrsverein Rabenau gemeinsam mit der Sparkasse Grünberg neben dem Schirmherrn Bürgermeister Kurt Hillgärtner auch die Landrätin des Landkreises Gießen, Anita Schneider, sowie die Ortsvorsteher aus Londorf/Kesselbach, Allertshausen und Odenhausen und weitere Persönlichkeiten der Gemeinde begrüßen.
Mitgestaltet wurde die Matinee diesmal von dem Allertshäuser Mundartduo „Jürgen und Ewald“ (Jürgen Nachtigall und Ewald Radde), die mit einem Mundartlied zum „Mitüben“ in der für sie eher ungewohnten Umgebung die Matinee eröffneten.
Mit einem Mundart-Beitrag mit dem Titel „Woas doas Saalz fier´sch Easse eas…“ (Was das Salz für das Essen ist …) begann Pfarrvikar Andreas Luitpold seinen Gottesdienst.
In seiner Predigt sprach Luitpold über das Salz, das in der Bibel als Würze des Lebens und Bestandteil der Weiterverkündigung des Glaubens auftaucht und von dem Licht der Welt. (Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt). In derber Mundartsprache wirkte seine Predigt äußerst erheiternd, und als er das Licht der Welt erklären wollte, brach er abrupt ab mit den Worten: „Das mit dem Licht verzähl‘ ich euch am nächsten Sonntag.“
Der bekannte Mundart-Dichter und Autor Dr. Heinz-Lothar Worm bereicherte die Matinee mit mehreren Schriftlesungen und Episoden aus seinen Büchern.
So zeigte er unter anderem in einer Episode, dass Glocken sprechen können, wenn man nur genau hinhöre, und erzählte eine Geschichte vom Hausschlachter Wurstlips (Lips ist die alte Form von Phillip) der sich seinen guten Ruf ruinierte, weil er beim Stibitzen von Fleisch, das er immer bei Hausschlachtungen unter seiner großen Mütze verwinden ließ, erwischt wurde.
Liedbeiträge mit Titeln wie „Vu Jesus Christus will aich seange“ und „Wann aich off all däi Werke oocht“ rundeten die Matinee ab.
Das Mundartduo „Ewald und Jürgen“ erzählten in dem Lied „Bei uns in der Kirche is es Scheen“, was man neben dem Pfarrer und dem Jesuskreuz noch so alles in der Kirche am Sonntag sehen kann, aber auch Nachdenkliches wie in dem Stück „Wies früher wor“.
Ein besonderes Lob an Pfarrvikar Andreas Luitpold der den Gottesdienst in Mundart, absolvierte. Wir freuen uns nun auf die Vorsetzung dieser Veranstaltung im Jahre 2011.



